Kinderparlament
Struktur
Zur Zeit befindet sich das Kinderparlament noch im Aufbau.
Die 1. Tagung der Parlamentarier wird voraussichtlich Anfang April 2008 stattfinden und dann regelmäßig, in einem 14- tägigen Rhythmus.
Aus den 14 Lerngruppen der Schule werden aus jeder Lerngruppe zwei gewählte Vertreter abgeordnet, ein Mädchen und ein Junge.
Desweiteren ist der Kidsmanager ein gewähltes Mitglied des Parlamentes. In einer offenen Wahl werden in jeder Lerngruppe zwei Parlamentarier gewählt. Jeder Schüler hat zwei Stimmen, eine für ein Mädchen und eine für einen Jungen aus der Lerngruppe.
Der Kidsmanager
Der Kidsmanager wird von allen Schülerinnen und Schülern der Schule gewählt. Zur Wahl stellen sich alle pädagogischen Mitarbeiter der Schule. Durch das Mehrheitsprinzip entscheidet sich die Wahl. Jeder Schüler hat nur eine Stimme.
Der Kidsmanager hat die Aufgabe die Sitzungen des Kinderparlamentes zu leiten, ihre Formalitäten und Gesprächsabsichten im Auge zu behalten.
Er achtet darauf, dass ein Mitglied das Ergebnisprotokoll führt, in der Diskussion beim Thema geblieben wird und das das Rederecht vergeben wird. Er weist auf bereits Erwähntes hin und bringt die Sichtweisen der pädagogischen Mitarbeiter und Eltern mit mit ein. Wortbeiträge des Kidsmanagers sollten nur zu anderen Ideen anregen und gleichberechtigt neben anderen Vorschlägen stehen.
Arbeitsweise
Jede Sitzung sollte mit der Übernahme der Präsidentschaft durch ein Kind beginnen. Anschließend werden die Abgeordneten beginne zu berichten, was in den Lerngruppen los ist, ob Probleme in ihrer Lerngruppe oder in der Schule aufgetreten sind.
Als nächstes wird der Erfahrungs- nund Vorschlägeaustausch stattfinden, wie Probleme gelöst werden können.
Es soll keine Inszenierung von Demokratie und Leben stattfinden, sondern ein Erleben von demokratischen Verhaltensweisen und Aushandlungsprozessen. Dabei muss viel Augenmerk auf Reflektion, Kritik und Eigenkritik gelenkt werden.
Es soll stets versucht werden, dem Mehrheitsprinzip gerecht zu werden, indem man oft die Meinungen und Bedürfnisse des „Volkes“ einholt. Abstimmungen finden nach dem Mehrheitsprinzip statt.
Das Kinderparlament kann Beschlüsse fassen, diese werden an die Schulkonferenz weitergeleitet und dort zur Abstimmung gebracht, wo sie bestätigt oder abgelehnt werden können. Vorschläge zur Veränderung von Schulregeln oder von Schulangelegenheiten werden in Form von Anträgen der Parlamentarier in das Parlament eingebracht.
Einsatzmöglichkeiten
Grundsätzlich soll das Kinderparlament das Gemeinschaftsgefühl der Kinder stärken. Sie sollen lernen Konflikte untereinander zu klären und Frieden zu stiften. Demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen sollen gefördert und eingeübt werden.
Beispiele für mögliche Themen:
- Veränderungen auf dem Schulgelände
- Schneebälle werfen ja/nein
- Gespräche mit dem Förderverein über evt. Spielzeuganschaffungen
- ihre Vorstellungen an den Hausmeister herantragen
- in Gesprächssituationen dafür sorgen, dass Kinder keine Klopapierrollen in die Toiletten werfen
- Berichte über den Gebrauch der Computer
- Hilfe durch andere Schüler bei der Arbeit im Internet organisieren
- Erfahrungsaustausch über das Lernen in den JÜL- Klassen
- Probleme einzelner Kinder behandeln
- Aufforderungen an die Schulleitung und das Kollegium Dinge zu klären, die sie stören oder ihnen Angst machen
Notwendigkeit
Soziale und demokratische Kompetenzen, Lernen als auch Wissen lassen sich nicht theoretisch vermitteln.
Sie sind nur erlebbar, zumindest vorlebbar. Lernen ist eine komplexe Erfahrung, die von Kindern nur durch komplexe, ungefilterte Situationen gemacht werden kann.
Im Kinderparlament sollen die Kinder demokratisch Umgangsformen, praktischen Sprachgebrauch, die Entstehung gemeinsamer Werte und soziales Miteinander in Aushandlungs- und Erörterungsprozessen erfahren.
Sie sollen erleben können, dass es wichtig ist, was sie zu sagen haben und welche Bedürfnisse und Ängste sie haben.
Die Kinder können lernen durch die Thematisierung von Problemen, Positionen zu beziehen oder auch zu wechseln und gegenseitig abzuwägen. Nur so kann Mündigkeit gestärkt werden.